Die Bibel im Unterricht. Ändert die Postmoderne den Stellenwert der Bibel im Unterricht? Christoph Fleischer, in: Deutsches Pfarrerblatt 2004

Vorbemerkung.

"Bibeldidaktik in der Postmoderne" [1] ist die Aufsatzsammlung überschrieben, die als Festschrift für Klaus Wegenast erschienen ist. [2] Der Begriff Postmoderne erscheint mir trotz seiner Problematik geeignet, unsere Situation nach dem Millennium und dem zugehörigen Ereignis vom 11. September 2001 im besonderen Maß zu beschreiben. Dass Postmoderne und Moderne in unserer Welt gleichzeitig existieren, gehört dabei zu Natur der Sache. Die Einflüsse der Moderne haben zur Säkularisierung und Abwertung des Religiösen geführt. Was dies im Hinblick auf den Religionsunterricht bedeutet wird im Folgenden an einigen Zitaten und Beobachtungen deutlich. Während die Moderne die Kategorie der "Überwindung" pflegte, und sich selbst technisch - wissenschaftlich auf der höchsten Stelle der Zeitpyramide sah, verzichtet die Postmoderne darauf, sich selbst als eine weitere Stufe auf dem Weg der Geschichte zu sehen. Mit dem Ende der Geschichte ist nicht das Ende des Lebens, sondern das Ende des geschichtlichen Fortschritts gemeint, wie es der Turiner Philosoph in der Einleitung seiner Schrift "Das Ende der Moderne" beschreibt: "Das reine und einfache Bewusstsein - oder die Forderung -, etwas Neues in der Geschichte darzustellen, eine neue, anders geartete Gestalt in der Phänomenologie des Geistes, würde tatsächlich die Postmoderne in die Richtung der Moderne einordnen, in der die Kategorie der Neuheit und der Überwindung herrscht." [3] Allein vor dieser Formulierung her wird mir klar, wieso die Verwendung der Bibel im Unterricht vom unausgesprochenen Verständnis der Unterrichtenden her, aber bald auch von den Vorurteilen der Schülerinnen und Schüler her, als etwas längst Überwundenen da steht, das allenfalls aus geschichtlichem oder theoretischem Interesse gelesen wird. Gerade die Vorstellung der "Überwindung" scheint mir so typisch zu sein für die Hybris der Moderne, die letztlich nichts als Sinnlosigkeit und Leere produziert. Für die Sicht des Unterrichts in christlicher Religion in Kirche oder Schule kann es ja nicht um die Rückkehr der Religion gehen, sondern darum den modernen Einfluss zu relativieren. Dabei möchte ich nicht im Sinn des Fundamentalismus missverstanden werden. [4] Nach Vattimo ist die "Rückkehr" der Religion "die Vergegenwärtigung von etwas, das wir endgültig vergessen zu haben meinten, das Wiederauftauchen einer verwehten Spur, das Aufbrechen einer Wunde, die Wiederkehr eines Verdrängten, die Offenbarung eines für überwunden Gehaltenen als eines bloß Verwundenen, eine lange Konvaleszenz, in der wir unsere Rechnung mit der unauslöschlichen Spur der Krankheit noch einmal aufmachen müssen." [5] Natürlich ist das Bild der Krankheit aus der Sicht des religiösen Standpunkts nicht weniger schmeichelhaft als die eines überwundenen Relikts. Daher ist die Perspektive der Postmoderne keine Perspektive, die die Erkenntnisse der Moderne, die in der Theologie ja gerade in der Bibelexegese am erfolgreichsten war, außer acht lassen kann. Dennoch nimmt sie jetzt die Religion erstmalig seit Beginn der Aufklärung wieder als etwas Eigenständiges in den Blick, ein Phänomen, dessen Bedeutung nicht einfach wegdefiniert werden kann. Die christliche Religion fußt auf der religiösen Verwendung des biblischen Textes. Das Tor zur Bibellektüre ist nun wieder weit geöffnet, wenn man nun unsererseits den Mut hat, den religiösen Standpunkt einzunehmen. Jürgen Habermas hat in seinem Vortrag zum Friedenspreis des deutschen Buchhandels ja eindrücklich gezeigt, dass dies nicht nur wünschenswert, sondern geradezu geboten ist. [6]

1. Die Bibel ist ein religiöses Buch.

Wird die Bibel als eine Art historische Urkunde behandelt, macht man sie fremder, als sie für die meisten Menschen ohnehin schon ist. Die Bibel ist in erster Linie ein religiöses Buch und entfaltet ihre fundamentale Kraft, wenn sie auch entsprechend behandelt wird.

Da es mir um die Rolle der Bibel im Unterricht mit jungen Menschen geht, möchte ich sie zunächst selbst in den Blick nehmen. Stimmt es noch heute, was Klaus Wegenast 1986 in einem Referat gesagt hat? "In der gegenwärtigen Gesellschaft regt sich, besonders bei Jugendlichen, eine Sehnsucht nach Teilhabe am ursprünglichen Leben, nach Unmittelbarkeit und Nähe, nach Echtheit und zuweilen nach Besonderem mitten im Einerlei einer industriellen Leistungsgesellschaft, wo nicht der Mensch gefragt scheint, sondern nur seine Leistung. ... In den Kirchen liegen die Dinge da nicht viel anders. ... Aber sollte Religion nicht etwas sein, dessen Wirklichkeit und Wahrheit man selbst erfahren kann, das man zu spüren vermag und das erlebbar ist?" [7] So interessant es also einerseits sein mag, dass wir als Theologen den Menschen aufzeigen möchten, worin die Inhalte der Bibel etwas mit konkreten Fragen des Alltags zu tun haben, um so wichtiger wäre es, das Interesse der Menschen dahingehend zu befriedigen, dass wir ihnen zeigten, worin die Bibel etwas mit unserer Religion zu tun hat. Der Zusammenhang mit der Nachbarschaft der Muslime macht es doch sogar augenfällig, dass wir ebenfalls Vertreter einer Religion sind, welche natürlich dann auch reichlich Konsequenzen bis in Alltag und Politik hinein hat. Ich lese in dem von mir beschriebenen Bedürfnis Jugendlicher also zunächst einfach die Frage danach, worin christliche Religion besteht, was sie begründet und wie sie authentisch gelebt werden kann.

In unserer Situation des "Religiösen Pluralismus" steht die Bibel symbolisch für "das Wesen des Christentums, den Inhalt des christlichen Glaubens, das Evangelium" [8]. Das Jahr der Bibel, das im Moment ökumenisch begangen wird, stellt dies ja gerade heraus. Im Vorwort des Bibelmagazins wird diese Selbstverständlichkeit kurz und knapp gesagt: "Die Bibel ist als Grundlage der christlich - abendländischen Kultur ebenso unverzichtbar wie sie das einigende Band aller Kirchen darstellt. Die hat Menschen immer wieder die Erfahrung vermittelt, dass Gott selbst in der Bibel zu uns redet." [9] Die Bibel ist strenggenommen gar kein theologisches Buch, dass mit irgendeiner Lernmethode bearbeitet werden möchte, sondern ihre eigentliche Bedeutung liegt darin, dass sie ein religiöses Buch ist. Die Bibel selbst erzählt ja die religiöse Bedeutung der Begegnungen Gottes für die Menschen in je ihrer Zeit. "Die Bibel ist nicht heilig an sich, sondern weil Menschen durch sie Erfahrung des Heiligen machen. Insofern ist das protestantische Christentum gerade kein Buchreligion, wohl aber eine Religion geisterfüllter Leseerlebnisse." (Johann Hinrich Claussen) [10] Das wird sicher jeder Mensch von seinem allgemeinen Vorwissen herbestätigen können, dass die Bibel etwas mit der Kirche zu tun hat. Ich sage es noch einmal in den Worten von Wilhelm Gräb: "In der Kirche - in ihren Gottesdiensten und Gemeindegruppen, in ihrem Unterricht und in dem in der Schule - wir die Bibel aufgeschlagen, gelesen und ausgelegt. ... Alle wissen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum kulturellen Christentum die Kirche als diejenige Institution, wo die Bibel ... ausgelegt und mit größerer oder geringerer Kunstfertigkeit angewendet wird. Auch diejenigen, die den sonntäglichen Gottesdienst selten oder so gut wie gar nicht besuchen, wissen, dass in diesem Tun das religiöse Zentrum der Kirche liegt, dass sie auf der Basis der aufgeschlagenen Bibel "Gottes Wort" verkündigt." [11]

Ich beobachte hier ein Spannungsfeld zwischen drei Komponenten:

  • Gott: Das Handeln und die Gegenwart Gottes, konkret erfahrbar im Wort Gottes, in der Bibel.
  • Die christliche Religion: die Leserfahrungen in der kirchlichen Institution und ihre religiöse Bedeutung.
  • Die einzelnen Menschen in ihrer Lebenswelt mit ihren Fragen und Antworten, mit ihrer Suche nach Sinn und glaubhafter religiöser Erfahrung und ihren persönlichen Lese - und Glaubenserfahrungen.

Der Umgang mit der Gottesfrage macht es natürlich schwierig. Vielleicht ist das schon der subjektive Grund dafür, dass man zu oft im Umgang mit der Bibel im Unterricht allenfalls bis zur Hermeneutik vorgedrungen ist. Das zweite Problem ist der historisch - kritische Umgang mit der Bibel, der früheren Universitätsexegese, der der Lektüre aus religiöser Sicht entgegenstand. Ulrich Wilckens schreibt im Heft Zeitzeichen, dass die biblischen Texte nichts anderes als "Gottes Handeln in seiner geschichtlichen Wirklichkeit bezeugen und Gottes eigenes Wort im menschlichen Wort seiner Propheten und Apostel zu Sprache bringen" wollen. [12] Dies gilt auch für den Gebrauch der Bibel im interreligiösen Zusammenhang, sei es in der Frage danach, wie die Bibel von Gott redet, oder danach, wie die anderen Religionen den christlichen Gott verstehen. Jede einzelne Religion, ob monotheistisch oder universalistisch, hat es damit zu tun. Es gibt nach dem Glauben des Monotheismus nur einen Gott und nach der Vorstellung des religiös geprägten Weltganzen nur eine Wirklichkeit. Der Versuch, die Bibel selbst unter interreligiösem Aspekt zu lesen, führt die Erfahrung zu Tage, dass es dort hierfür auch schon einige Ansätze gibt. [13]

Ingo Baldermann führt am Beispiel der Psalmen vor, dass es im Religionsunterricht gelingen kann, dem Gottesthema nicht nur nicht auszuweichen, sondern in der Erarbeitung der biblischen Gottesvorstellung auch den religionsfremden Menschen die Grundaussage des Glaubens zu vermitteln. Wenn man versucht, die Bedeutung des Gottesnamens aus Exodus 3 mit "Ich bin da" wiederzugeben, gelingt es, die Gotteserfahrung mit der Lebenswirklichkeit zu konfrontieren. "Ich bin da" ist der Name des Vertrauens, von dem sich auch andere Gottesbezeichnung und Gottesqualitäten ableiten lassen. Das ist noch etwas anderes als ein rein religionswissenschaftlicher Zugang, denn die Zusage des Vertrauens wird mit menschlichen Grundgefühlen konfrontiert. [14] Es wird gezeigt, wie elementar wichtig diese Grunderfahrung ist, und wie es in der Bibel trotzdem auch sein kann, dass Gottes Gegenwart völlig in Frage zu stehen scheint, und damit wird ebenfalls eine menschliche Grunderfahrung aufgenommen. Von Gott zu reden, ja mit ihm zu reden, zu beten und so auch zu loben, zu danken, zu bitten und zu klagen, ist keinesfalls etwas, was menschlicher Erfahrungswelt fremd ist, sondern hat viel mit Grunderfahrungen des Vertrauens und der Enttäuschung zu tun. Daraus wird dann auch konsequent zu folgen sein, dass dies im sozialen Bereich, im menschlichen Miteinender viel damit zu hat, dass sich Menschen solche Erfahrung gegenseitig mitteilen. Die Rede mit Gott ist ja keine andere Rede, als sie Menschen untereinander gebrauchen. Gotteserfahrung ist folgerichtig zugleich ein Gegenstand von Kommunikation. Muster dieser Kommunikation sind die biblischen Texte.

2. Die Bibel ist ein Medium der Kommunikation.

Ihre Funktion erschließt sich im Vergleich mit aktuellen Kommunikationsmedien. Sie scheut den Vergleich nicht und kann auch unzeitgemäß als solches eingesetzt werden. Der Bibeltext wird abschnittsweise in einem entsprechenden religiösen Rahmen vor einer Gruppe gelesen. Dabei können auch mehrere Textgattungen hintereinander gelesen werden, sinnvollerweise in einer thematischen Beziehung z.B. dem Kirchenjahr entsprechend: Psalmen (Poetischer Text), Altes Testament (Diskurs oder Erzählung), Epistellesung (Diskurs), Evangelium (Erzählung).

Die Bibel muss nun aber trotzdem nicht mit der Teilnahme an der christlichen Religion identifiziert werden. Aktuelle Projekte im Bereich der Literatur, bestätigt durch Umfrageergebnisse, haben gezeigt, dass Bibeltexte auch von Menschen unvoreingenommen gelesen werden, die der Kirche fern stehen. Immer noch enthält sie eine Sprache, die auch heute "als neue symbolische Repräsentation des gesellschaftlichen Zusammenhalts" gebraucht werden könnte. [15] Trotzdem ist der Umgang von Kirchenmitgliedern ein noch umfassenderer, als der der Einzellektüre. So schreibt Evamaria Bohle in Zeitzeichen: "Dass Kirchenmitglieder trotzdem noch anders die Bibel lesen und mit ihr umgehen können als Kirchenferne, mag darauf zurückzuführen sein, dass ihre ebenfalls fragmentarischen Leseerfahrungen immerhin in einer Gemeinschaft geschehen. Jedenfalls, wenn man Gemeinschaft nicht nur als den konkreten Bibelkreis oder Gottesdienst versteht, sondern als einen komplex gestalteten und sich gestaltenden religiösen Sozialisationsprozess, der den Erfahrungsraum bildet, in den sich jede Begegnung mit der Bibel einordnen kann." [16] Doch konzentrieren wir uns zunächst auf den einzelnen Bibelleser, der die Lektüre gewiss in einem größeren Kontext vollzieht, dann denke ich, dass er interessebezogen diese Texte so liest, dass sie in sein eigenes Lebenskonzept passen. In der Moderne schien dieser Zugang nicht mehr zeitgemäß, dies zeigte schon allein der Weltbildvergleich. Ein Text, der auf der Basis eines antiken Weltbildes Gott und die Welt erklärt, muss dann ja wohl immer mit einem bestimmten Filter gelesen werden. Dies war das Ziel der Hermeneutik, wofür das Entmythologisierungsprogramm Rudolf Bultmann zeichenhaft steht. Was dagegen wenig beachtet wird, ist, dass Rudolf Bultmann immerhin noch eine "existenziale Interpretation" vorgeschlagen hat, die zum dem Kern des Bibeltextes hervorstoßen will, der jedem Menschen zu jeder Zeit einleuchten müsste: "Verstehen eines Textes ist das Verstehen eines Verständnisses der menschlichen Existenz aus der Aufgeschlossenheit des Exegeten für seine eigene Existenz." [17] Dieser Ansatz führte nicht zum Ziel, weil beim Trennungsprozess von Kern und Schale, wie ich es mal nennen möchte, viel eigentlicher Inhalt auf der Strecke blieb. Aus religiöser Sicht schien es der Versuch zu sein, die Bibel ohne Gott lesen zu wollen, womit Bultmann allerdings gründlich missverstanden wurde. Immerhin gibt es in unserer Gesellschaft einen Entwicklungsprozess hin zur sogenannten Postmoderne, der sich ja auch einige dieser Texte widmen, die ich zur Veranschaulichung meiner Thesen heranziehe. Die Subjektivität des postmodernen Menschen ist selbstständig genug, die Texte so zu lesen, dass sie in dem entsprechenden Lebensprogramm Anwendung finden. [18] Dies möchte ich kurz mit Worten von Jürgen Habermas erklären, der in seiner Schrift zur Bioethik und deren Gefahren einen Gattungsbegriff des Menschen benutzt, der davon ausgeht, dass es entscheidend darauf ankommt, "ob wir uns auch weiterhin als ungeteilte Autoren unserer Lebensgeschichte verstehen werden und uns gegenseitig als autonom handelnde Personen anerkennen können." [19] An einer anderer Stelle dieses Buches zeigt er in einer Interpretation des Existenzphilosophen Sören Kierkegaard, wie der Mensch sich seiner eigenen Lebensgeschichte gegenüber verhält: "Der Einzelne eignet sich die Vergangenheit seiner faktisch vorgefundenen und konkret vergegenwärtigten Lebensgeschichte im Hinblick auf künftige Handlungsmöglichkeiten selbstkritisch an. Dadurch macht er sich zur unvertretbaren Person und zum unverwechselbaren Individuum. Der Einzelne bereut die verwerflichen Aspekte seines vergangenen Lebens und entschließt sich zur Kontinuierung jener Handlungsweisen, in denen er sich ohne Scham wiedererkennen kann." [20] Diese Situation zeigt, dass er zur Frage, nach welchen Werten er dann entsprechend entscheidet, einem gewissen Markt der Möglichkeiten gegenübersteht. Hierbei kann der Wert der Bibel nicht hoch genug eingeschätzt werden. Gerade das Verständnis der Subjektivität in postmoderner Hinsicht zeigt, dass Erzählung und Subjekt immer ineinander verwogen sind. Christoph Morgentaler erkennt die Wiederentdeckung "der narrativen Dimension": "Parallel zur postmodernen These vom Geltungsverlust der grossen Metaerzählungen entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten in vielen Bereichen der Sozialwissenschaften ein geradezu blühendes Interesse an der Bedeutung von Erzählungen, Geschichten, "Stories" und Narrationen." [21] Es ist nun natürlich schon die Frage, welche Rolle die Bibel in diesem Geschehen spielt? Ist es etwas, was ihr nun wesensfremd ist, wozu sie also eher missbraucht wird, oder gehört es nicht doch gerade zur Mitte und zum Sinn des biblischen Textes, dass er zum Gesprächspartner desjenigen wird, der sich auf die Lektüre der Geschichte Gottes mit den Menschen einlässt, so wie sie von den biblischen Autoren dargestellt wird. Die Deutung der eigenen Lebensgeschichte hat jeder Mensch autonom zu vollziehen. Doch wird er dies immer in Kommunikationsprozessen tun, ja er wird geradezu darauf angewiesen sein zu erkennen, wie seine Lebensgeschichte zumindest partiell von anderen gelesen wird. Ist das nicht die eigentliche Zusage des biblischen Textes, egal welcher Gattung, dass er zeigt, wie die Gegenwart Gottes erfahren werden kann, wenn der Gottesname mit "Ich bin da" zu übersetzen ist. Hierzu möchte ich einige Gedanken von Ingo Baldermann aus seiner biblischen Didaktik aufgreifen: "Vergangene Erfahrungen von Bewahrung und Befreiung werden so beschworen, um die Gegenwart und die Zukunft in ein neues Licht zu rücken und das Jetzt zu einer Zeit des Vertrauens und der Hoffnung zu machen. Das ist nicht eine Behauptung, die ich hinnehmen oder ablehnen kann, sondern Arbeit der Erinnerung ist notweniges und aufmerksames Wahrnehmen der Gegenwart, wenn solch ein Satz etwas ausrichten soll (gemeint ist Psalm 103, 4+5). ... Anleitung zu einer neuen Wahrnehmung, das ist der erste grundlegende Schritt, den uns die Didaktik der Bibel gehen lässt. ... Es geht (dabei) zuerst darum, die Güte wahrzunehmen, aus der unser Leben kommt und die unser Leben trägt und die all unser Begreifen weit übersteigt." [22] Ingo Baldermann zeigt gerade in dieser Bibeldidaktik auf, dass die unterschiedlichen Bibeltexte dabei für unsere eigenen Lebenserzählung verschiedene Aufgaben übernehmen können. Worte zum Leben, Geschichten gegen den Tod, Prophetischer Einspruch und Auferstehung als Gegenerfahrung sind Modelle, an denen religiöses Handeln sich im Lesen der Bibel vollzieht. "Anders als andere heilige Bücher begegnet sie mir als ein durch und durch menschliches Buch, ein Buch voller Spannungen und Widersprüche, in dem Menschen menschlich reden, ein Buch mit einer unerschöpflichen Fülle von Themen und sprachlichen Formen, mit dem sinnvoll gar kein anderer Umgang möglich ist, als der des Auswählens und Irgendwo - Einsteigens; und ich kann gewiss sein: Wo immer ich einsteige, komme ich hinein in den großen Dialog um Tod und Leben, um Güte und Hass, um Verzweiflung und Hoffnung, um die Chancen der Liebe und die Möglichkeit der Geborgenheit." [23] Es ist vielleicht gerade vom Letztgesagten her verständlich, das es auch menschlich günstiger ist, dieses in einem Raum zu tun, der selbst Geborgenheit anbietet. Der Gottesdienst ist eine solche Struktur, über Generationen gewachsen. Doch auch im Unterricht ist das möglich, wenn es der Unterrichtende fördert und die Gruppe zulässt. Trotzdem: Religiöse Lektüre ist immer Lektüre im Raum dieser Geborgenheit, auch wenn sie im stillen Kämmerlein geschieht.

3. Die Bibel erklärt sich selbst: Textinterpretation im Kontext.

Wenn es sich auch anbietet, die Bibel vor allem im religiösen Vollzug entsprechend bestimmter Gattungen zu lesen, so bleibt doch gleichzeitig bewusst, dass die biblischen Texte erst im Rahmen eines bestimmten Kontextes ihre eigentliche Qualität und Aussagen entfalten z.B. eines ganzes Paulusbriefes oder eines ganzen Evangeliums. Die einzelnen Textabschnitte sind Teil eines größeren Ganzen. Rück- und Vorverweise, sowie Schriftzitate und Anspielungen sind ihre eigenen Interpretationsmittel. Ohne sie bleibt der einzelne Text noch sehr interpretationsbedürftig, was dann dazu führen kann, das textfremde Interpretationsmuster eingetragen werden. Der Religionsunterricht könnte sich also einmal einige Stunden hintereinander mit der fortlaufenden Lektüre eines geschlossenen Bibeltextes befassen.

Wir werden uns jetzt also an die Frage langsam herantasten, welche Rolle die Bibel im Unterricht haben können, nachdem wir uns zuvor von ihrer bleibenden Bedeutung überzeugt hatten. Johannes Lähnemann gibt eine interessante Zusammenfassung dessen, wie dies in den verschiedenen Konzeptionen für den Religionsunterricht bislang geschehen ist: "Die Bibel als ein Buch, mit dem und an dem gelernt wird und selbst das Lernen inspiriert, ist in der Tat immer Bezugspunkt christlichen Lernens und christlicher Religionspädagogik gewesen, auch in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts: die Bibel als Hort der Verkündigung in der Evangelischen Unterweisung; die Bibel als Grundlage abendländischer Kultur und wissenschaftlich - exegetisch zu erschließendes Dokument im hermeneutischen Religionsunterricht; die Bibel als Hilfe bei der Bewältigung von Gegenwartsfragen im problemorientierten Religionsunterricht; die Bibel als Quelle lebensdeutender und lebensstiftender Symbole in der Symboldidaktik; die Bibel als Kristallisationspunkt lebensgeschichtlich bedeutsamer und für Gruppenerfahrungen relevanter Inszenierungen im Bibliodrama." [24] Doch machen gerade diese Formulieren augefällig deutlich, dass die große Gefahr besteht, die Bibel für bestimmte Konzepte zu instrumentalisieren. Es mag sein, dass diese Ansätze ihr Recht haben. Ich möchte mich nur fragen, was es bedeutet, die Bibel mit ihrer eigenen Intention in die Mitte des Unterrichts zustellen. Dabei steht natürlich die hermeneutische Frage im Hintergrund. Seit der Reformation gibt es darauf eine recht eindeutige Antwort: Die Bibel erklärt sich selbst. Auf den Vorwurf, einige Stellen der Bibel seien dunkel und unverständlich, schreibt Martin Luther: "Die Dinge, welche in der Schrift verkündigt sind, liegen also klar am Tage, mögen auch einige Stellen bisher unbekannter Worte willen dunkel sein. ... Die Schrift bekennt schlicht und einfache die Dreieinigkeit Gottes wie die Menschheit Christi und die unvergebbare Sünde." [25] Nun mag man zu recht einwenden, dass diese theologische Sicht recht grob ist. Das ist schon richtig. Dennoch ist an den theologischen Bezug zu einem christlichen Glaubensinhalt zu erinnern, den jeder biblische Text zumindest implizit hat. Nach den Ergebnissen der Textexegese sollte man außer im Bezug auf die Gottesfrage eher danach suchen, wie die Texte sich selbst erklären. Da die Bibel eine Sammlung einzelner Schriften ist, können man also zumindest den Kontext der jeweiligen Schrift zu Interpretation heranziehen. Dies wird in den neueren exegetische Ansätzen auch wieder sehr stark betont. Das entsprechende Handwerkszeug wird in Form kleinerer Hefte von der Bibelgesellschaft zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu einer Bibelausgabe etwa der Einheitsübersetzung oder der Guten Nachricht Bibel sollte man z. B. die Arbeitshilfe benutzen: Basiswissen Bibel. Bibel praktisch 2. Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1999. Hier wird z.B. der Aufbau einer Textseite z. B. der Lutherbibel und anderer Übersetzungen erklärt, wozu ja Parallelstellen und Textverweise auch gehören. Man sollte zumindest zum Teil von der Ausschnittmethode wegkommen und stattdessen einfach einmal ganze Texte in einer Reihe behandeln, vielleicht solche, die auch im Unterricht vom Umfang her zu meistern wären, wie das Markusevangelium, den Philipperbrief, das Buch Jona, das Hohelied der Liebe, das Buch Rut oder Hiob, um nur einige Beispiele zu nennen. Nicht eine Methode der Vergegenwärtigung sollte die Behandlung der Texte bestimmen, denn dadurch wird zuerst Distanz hergestellt. Das didaktische Prinzip ist der Text selbst. Dies ist den biblischen Texten immer angemessen, denn sie sind ja zumeist in didaktischer Hinsicht aufgeschrieben worden. [26] Ingo Baldermann fordert die Unterrichtenden auf, das protestantische Schriftprinzip erneut für sich zu entdecken. Jeder kann in der Beobachtung des Textes zum selbständigen Interpreten werden: Die Bibel "ermöglicht ein Lernen, in dem nicht die einen zu Herren des Glaubens der anderen werden, sondern jede und jeder selbst geöffnet wird für eigene Wahrnehmung." [27] Ich persönlich bin der Meinung, dass damit erst mal gesagt ist, dass die Texte im Vordergrund stehen und die Auswahl der Methode bestimmen. Die Methode selbst ist die Bibelzentrierung noch nicht. Nur eben als Voraussetzung für die Methodenwahl ist: Der Bibeltext kommt nicht als etwas Sekundäres hinzu, sei es in exegetischer oder thematischer Absicht, sondern er kommt zuerst, und alles andere ergibt sich aus der Beschäftigung mit dem Text. Die Methodenfrage ist also eine Frage nach angemessener Methode, Bibeltexte teilnehmerorientiert zu lesen.

4. Die Bibel vermittelt den Erfahrungshintergrund einer praktizierten Religion.

Jeder Text, auch jeder Bibeltext braucht eine Auslegungs- und / oder Interpretationsmethode, die deutlich am Verständnis des jeweiligen Kommunikationsmittels ansetzt, also den sogenannten "Sitz im Leben" einschließt. Dadurch wird die Interpretation zugleich zur hermeneutischen Aufgabe, womit gesagt ist, dass die jeweilige Methodenwahl den eigenen Erfahrungshintergrund, d. h. auch den der Schülerinnen und Schüler einschließt. Von der reinen Textarbeit (z.B. die "sieben Schritte Methode") über ihre kreative Vergegenwärtigung bis zum Bibliodrama ist der Methodenvielfalt keine Grenze gesetzt, wenn denn der Text trotzdem gründlich gelesen wird.

Schon das doppeldeutige Wort "Geschichte" zeigt, dass Erfahrung und Erzählung zusammengehören. Hier wäre natürlich zu fragen, ob man nicht im Grunde alle biblischen Texte unter die Rubrik Erzählung rechnen müsste, auch wenn sie eher poetischen oder diskursiven bzw. rhetorischen Charakter haben. Sowohl die Briefliteratur als auch die Psalmen oder andere prophetisch poetische Texte sind ohne den narrativen Kontext überliefert. Doch sowohl in den Evangelien, als auch in den Geschichts - und Prophetenbüchern des Alten Testaments sind Reden oder Psalmen Teil von Erzählung. Der narrative Text lebt von der wörtlichen Rede. Und dort, wo die Diskurse ohne den Kontext überliefert wurde, versucht man gerade diesen zu rekonstruieren. Auf alle biblischen Texte trifft demnach auch die Kategorie der Erfahrung zu: "Geschichten teilen Erfahrungen mit, Erzählungen prägen auch Erfahrungen, die wir mit unserem Leben gemacht haben, lassen sie neu entdecken und verstehen, weil sie Deutungsmuster zuspielen. Wahr ist aber auch, dass Erfahrungen ihre Erzählungen suchen." [28] Maurice Baumann zeigt, dass unter den Bedingungen der Postmoderne der Bibeltext selbst ohne jede Apologetik herangezogen wird. Er wird allerdings wie bei einer Blütenlese aus dem Zusammenhang genommen, was m. E. nicht zwangläufig ist. Gerade wenn, wie er sagt, die Jugendlichen nach der "Dramaturgie des Textes" [29] fragen, sollte dies durch die Behandlung eines größeren Textabschnitts geschehen. Erst dann kann man im Unterricht selbst, die gelesenen Begriffe aufeinander beziehen. Einige Autoren weisen auf die Entwicklung neuer Zugänge hin, die m. W. eher der außerschulischen Pädagogik entstammen. So zeigt z.B. Wilhelm Gräb: "Entscheidend ist die gruppendynamische, kreative, erlebnisorientierte Begegnung mit dem biblischen Text, das Sich - einbringen mit den eigenen Gefühlen, Erfahrungen, Vorstellungen und Gedanken. Partnerschaftlich soll die Begegnung mit der Bibel sein, nicht normativ oder gar autoritär. Partnerschaftlich soll diese Begegnung in dem Sinne sein, dass der biblische Text zur symbolischen Form wird, die subjektive Sinn - Horizonte erschließt, zum Medium, das weiterführende Gespräche über aktuelle und persönliche, religiöse, soziale und politische Erfahrungen und Konflikte ermöglicht." [30] Das klassische Beispiel dafür, in dem beides gelingt, die Aktualisierung und die kontinuierlich Textlektüre ist die vierbändige Ausgabe der Bibelarbeiten von Ernesto Cardenal: Das Evangelium der Bauern von Solentiname. [31] Ich persönlich greife in Gruppen manchmal zurück auf das weiterführende Konzept des "bible - sharing"s, auch die "sieben - Schritte - Methode" genannt [32]. Hierbei wird ein assoziativer Textzugang in einer Gruppe ziemlich streng methodisch gestaltet, so dass im genügend Raum zur Stille und zum eigenen ruhigen Weiterdenken bleibt. Ähnlich wie bei manchen TZI Regeln, soll zunächst nicht über die Beiträge diskutiert werden, sondern man versteht sie als sich ergänzende Beobachtungen. Problematisch bei der Umsetzung dieser Methode ist, dass sie eigentlich immer in eine gemeinsame Aktion münden sollte, und ich kann mir nicht vorstellen, das dies im schulischen Rahmen ausreichend möglich ist. In der Bibeldidaktik von Ingo Baldermann wird ausführlich begründet, wieso die Anwendung der Grundformen des Bibliodramas auch in der Schule möglich ist: "Der didaktische Impuls, der bibliodramatische Arbeit von anderen Formen des Unterrichtsgesprächs unterscheidet, ist der zur Rollenübernahme. Sie aktiviert tatsächlich ... ganz unerwartete Fähigkeiten des Verstehens... Die Rollenübernahme kennt viele Vorformen und ist auch schon in einer einfachen Gesprächsrunde möglich." [33] Klaus Wegenast hat diese unter die "Formen interaktionalen Lesens" gefasst, "In denen es zuerst um eine Erhebung der Strukturen des Textes geht, um die Personen, die da agieren, ihre Handlungen, sichtbare Motive und Vorstellungen, um die Zeit und den Ort des Erzählten, um die Strategien der einzelnen Personen und anderes mehr." [34] Ich würde nur bei einer kontinuierlichen Lektüre dafür plädieren, die jeweilige Methode dann ruhig einige Male hintereinander zu versuchen, nicht also ständigen Methodenwechsel. [35] Einige Methoden passen eher zu denselben Texten als andere und umgekehrt.

5. Die Bibel als religiöses Buch fragt nach den persönlichen Erfahrungen von Spiritualität und Frömmigkeit.

Jeder religiöse Text und damit auch jeder Bibeltext fragt über den Erfahrungshintergrund hinaus nach eigener Frömmigkeit z. B. im Rahmen des kirchlichen Lebens. Da die Praktizierung von Frömmigkeit den Rahmen des Religionsunterrichts sprengt (im Gegensatz zum kirchlichen Unterricht), sollte stattdessen eine Art "Religionskunde" stattfinden, also eine Darstellung des Weges vom Text über die Person zur Religion.

Durch die Auswahl des Mediums Bibel rechne ich damit, dass sich die Auseinandersetzung damit auch überwiegend an den Themen der Religion orientieren wird. Natürlich gibt es auch noch andere Themen, die durch Texte der Bibel mit angestoßen werden, nämlich die, die mit den großen Themen der christlichen Ethik zu tun haben. Jeder und jede Unterrichtende muss sich fragen: Wie stehen Jugendliche zum Thema Religion? Welche Erwartungen, welche Wünsche, welche Einstellungen sind zu erwarten? Die vorletzte Shell - Jugendstudie widmete dem Thema "Religion" einen ganzen Fragenkomplex. Die Hauptergebnisse sind ernüchternd. Die Glaubensvorstellungen gehen weiter zurück, religiöse Praktiken werden nicht mehr ausgeübt. Eine Ausnahme bildet dabei die Gruppe ausländischer Jugendlicher, zumal wenn sie dem Islam zugehören. Im christlichen Spektrum gibt es keine Unterschiede zwischen den Konfessionen mehr, da beide Gruppieren in gleichem Maße entkirchlicht sind. Private religiöse Praktiken etwa des Okkulten gibt es kaum. Aus diesem aus kirchlicher Sicht sehr negativem Befund ragt ein Ergebnis hervor: Viele Jugendliche sind von einer persönlichen Glaubensüberzeugung an Gott als einer höheren Macht geprägt, ohne diese allerdings mit kirchlichen Lehrsätzen vermitteln zu wollen. [36] Einige Ergebnisse weisen doch auf ganz private religiöse Prägungen: 1/5 aller männlichen und 1/3 aller weiblichen Jugendlichen beten. [37] Eine sehr hohe Zahl feiert kirchliche Feste zumindest privat. [38] 1/3 aller Jugendlichen wollen die Kinder wahrscheinlich religiös erziehen. [39] Deutlich mehr Jugendliche als bei einer früheren Studie glauben an eine höhere Macht, etwa 1/3 glauben an eine höhere Gerechtigkeit oder eine Art Vorsehung. [40] Vermutlich ist diese Voraussetzung für den Religionsunterricht eher positiv einzuschätzen, sofern er keine ausgesprochenen Frömmigkeitsformen praktiziert, wogegen der Konfirmandenunterricht von den meisten sicher als zu dicht am Gemeindegeschehen empfunden wird. Daran wird auch nicht ändern, dass der KU vom Verständnis der Unterrichtenden eher zur Jugendarbeit zur rechnen ist. Die Jugendarbeit selbst fristet ein Nischendasein. Sie kommt der Grundeinstellung der Jugendlichen weitestgehend entgegen, indem sie in der Hauptsache eher sozial als religiös agiert. Da sie aber mit Kirche als dem Raum ihrer Arbeit identifiziert wird, hat sie trotzdem wenig Zulauf. [41] Ich sehe von daher aber eine mögliche Verbindung vom Religionsunterricht zur Jugendarbeit. Für die Arbeit mit der Bibel im Unterricht spricht, dass es eine Erkenntnisquelle ist, die bei aller Bezogenheit auf den christlichen Glauben kirchlich letztlich ungebunden ist. Die Bibellektüre selbst setzt keine Christlichkeit voraus. Damit kann man auch erst mal aus reinem Interesse beginnen. Die Konfessionsgrenzen selbst spielen dabei keine Rolle. Dies wird durch eine Lektüre besonders der Jesus - Überlieferung bewusst aufgenommen. Jesus, wie er von den Evangelien erzählt wird, macht selbst ernst mit dem Gebot der Feindesliebe: "Das Überschreiten der Konfessionsgrenzen von seinem Gottesauftrag her und um des Menschen willen begleitet Jesu ganzen Weg." [42] Weiterhin wird die Form der Evangelien als biographische Erzählungen dem Interesse der Jugendlichen nach Lebensdeutung entgegenkommen, da sie ja selbst damit beginnen, eine eigene Lebensgeschichte zu entwerfen. Im Gegensatz zu Baldermann halte ich diese Priorität auch ohne vorherige Behandlung der Psalmen für möglich. Doch Psalm und Gebet ist sicher ein zweites Thema. Hierbei geht es darum, eine Sprache für Klage, Lob und Bitte zu finden. Man kann auch von Jesu Gebetsverständnis des stillen Kämmerleins sehr gut darauf kommen. Genau wie den heutige Jugendlichen war Jesus eine öffentliche Darstellung eigenen religiöser Praxis obskur: Matthäus 6, 1 »Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen! Denn dann habt ihr keinen Lohn mehr von eurem Vater im Himmel zu erwarten.« und Matthäus 6, 6 "Wenn du beten willst, dann geh in dein Zimmer, schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen." Jesusgeschichten und die Schöpfungsthematik, aber auch "Israel und die Völker", wie die "Welt - Mission des Paulus" sind ja eigentlich biblische Themenkomplexe, die gut zu den dargestellten Voraussetzungen passen. Darüber hinaus sollte man Jugendlichen wenigstens ein ehrliches Bedürfnis unterstellen und Information über ihre eigene Religion anbieten, die sich auch gewinnbringend im Gespräch mit Vertretern anderer Religionen gebrauchen lässt. In Bezug auf den Islam, sollte es nicht ständig um die leidige Fundamentalismusfrage geht, sondern schlicht darum, die Texte des Koran und der Bibel, die zueinander passen, auch zu vergleichen: Jesus in der Bibel und im Koran, Maria, Abraham usw. Ich denke, dass die Bibel selbst genügend Aussagen bereit hält, um den Jugendlichen eine Kenntnis religiöser Erfahrung vermitteln zu können. Die Ebenen solcher Erfahrung können recht vielfältig sein. Dazu müsste die Bibellektüre also so teilnehmerorientiert wie möglich sein. Klaus Wegenast beschrieb die religiöse Erfahrung folgendermaßen, von der ich denke, dass sie in diesem Unterricht zumindest als Unterrichtsgegenstand Platz und Raum haben wird: "Man macht religiöse Erfahrung in, mit und unter alltäglichen Erfahrungen, und das im Licht eines bestimmten Interpretationsrahmens, der nicht nur durch eine bestimmte religiöse Sprache bestimmt ist, sondern auch durch ein ursprüngliches und unmittelbares Sehen des Ganzen, in dem auch mein Erleben Platz hat. In religiöser Erfahrung erlebe ich z. B. etwas, was mich gerade betroffen hat, den Tod meiner Mutter, der mich traurig macht und schmerzt, meine mich aufwühlende Liebe zu einem Freund oder einer Freundin, meine Freude über das Gelingen eines wichtigen Vorhabens, ein schreiendes Unrecht etc., zwar nicht unabhängig von gesellschaftlichen mustern, überschreite diese aber hin auf eine Ganzheit, oder, wie Tillich sagt, auf das, was mich unbedingt angeht, auf Gott." [43] Wo es möglich ist, könnte auch eine Deutung mit Hilfe von Medien geschehen, die eher eine ästhetische Erfahrung repräsentieren. Wilhelm Gräb ist der Meinung, dass ästhetische Erfahrung mit religiöser in gewissen Sinn verwandt ist. Beide unterliegen einer Deutung im Rahmen persönlicher Subjektivität. Bei beiden kommt es darauf an, dass aus den vorliegenden Wahrnehmungs- und Deutungsmustern eine entsprechende Kommunikation erwächst. "Die Folge ist, dass nur wer solchen Zeichengebrauch lernt, auch seine eigenen religiöse und ästhetischen Erfahrungen zu identifizieren in der Lage ist." [44] Ich denke, dass nur der Gebrauch der Bibel selbst auch zu religiöser Kompetenz im Sinn biblischer Sprachwelt führen kann. Es ist sicher auch für Jugendliche ansprechend, wenn dazu dann als Interpretationshilfe Medien hinzugezogen werden, die aus der Sicht der Teilnehmer dem ästhetischen Bereich zuzurechnen sind, Popsongs, Ausschnitte aus Videos, Poster o.ä.

6. Die Bibel zeigt den Weg von der Sinnsuche zum Glaubensvollzug.

Die Auswahl eines Textes wird im Unterrichtsgeschehen an der Zielgruppe orientiert. Lebensfragen sind als Ausgangspunkt religiöser Sinnsuche ernst zu nehmen. Es wird zu zeigen sein, dass die Leseerfahrung "Bibel" einen Erkenntnisweg anstößt, der aus individueller Sinnsuche den gemeinsamen Glaubensvollzug macht.

Schon bei der Wahl eines großen Textes aus der Bibel ist eine Auswahl nötig. Die Alternative zum reinen Bibelunterricht als Lektüre ist die thematisch bestimmte Auswahl eines Textes. Auch diese Methode ist durchaus sinnvoll, aber nur als Alternative und Ergänzung, sozusagen um nach einer breiten Lektüre mal an einer Stelle genauer hinzusehen. Da die Wahl der Themen auch durch Lehrpläne einigermaßen vorgegeben ist, ist nun meine Frage, was denn die Jugendlichen wohl in erster Linie interessiert, denn ich setze immer noch voraus, dass der Unterricht auch Spaß machen soll. Hier bietet sich z.B. der Begriff des "Lebensstils" an, den Wilhelm Gräb als Kriterium vorschlägt: "Das religiöse Interesse ist vorrangig gerichtet auf eine integrale Lebensdeutung. Deshalb dokumentiert es sich in der Formierung von Lebensstilen. ... Lebensstilfragen sind aktuell. ‚Lifestyle' ist angesagt. ... Die Suche nach einem Lebensstil ist die Suche nach einem gesteigerten Selbstverhältnis, nach einer vertieften Beziehung zu sich, nach einer Sinnperspektive, nach einer Lebensform. ... Hinter der Suche nach dem Lebensstil, sei dies nun ein bewusst christlicher oder überhaupt nur der eigene, verbirgt sich die Suche nach Sinn, nach Religion somit auch, nach Kontakt mit einer umfassenderen Wirklichkeit und deren zeichenhafter Symbolisierung." [45] Dies ist keine rein individualistische Frage, sondern bezieht den gesellschaftlichen Kontext ein. [46] Maurice Baumann formuliert aus dieser Beobachtung eine pädagogische Aufgabe, die darin besteht, "alles einzusetzen, damit das Subjekt einen Weg zu seiner Umwelt findet, seine Verantwortung wahrnimmt, sich die Grundfragen aneignet, auf die jeweiligen Antworten kritisch hört und sie auch ändert, in der Hoffnung, dass es dadurch eine humanisierte Zukunft aufbauen kann." [47] Das religiöse Bewusstsein der Jugendlichen, so schwach es auch ausgebildet sein mag, ist wichtiger als jede fertige Antwort. Ich denke, ein gemeinsamer Suchweg, in den der Unterrichtende ebenfalls nicht nur als der Wissende erscheint ist gut. Dazu biete es sich gerade zu an, einen neutralen Dritten hinzunehmen, was in unserem Fall der Bibeltext ist. Jede Selbst - Suche ist im Grunde davon geprägt, dass ein tragendes Fundament vorausgesetzt wird, es sei denn, es ist pathologisch gestört und die Person bedarf therapeutischer und seelsorgerlicher Begleitung. [48] Wilhelm Gräb zeigt sehr schön, wie biblische Texte den Zusammenhang des Sinnganzen aufgreifen: "Lies die Geschichten von Jesus, von dem, was er gesagt, getan und erlitten hat: Er hat sich denen zugewandt, die sich selbst nicht mehr helfen, nichts mehr aus sich machen konnten und auch nicht mehr wollten. Sieh den Gekreuzigten. In seiner Schwachheit, ja Ohnmacht liegt dein Heil. Wie das? Indem du dich dann gerade nicht mehr von deinem mehr oder weniger redlichen Bemühen her verstehen musst, etwas aus dir und einem Leben zu machen, dir Anerkennung zu verschaffen, dich in Szene zu setzen, ästhetisch, moralisch, religi8ös, ökonomisch. Die Perspektive deiner Selbst- und Weltdeutung kann eine andere werden. Du vertraust nicht mehr nur dir selbst, baust nicht allein auf deine Lebensleistungen. Du lebst aus der Tiefe eines Grundvertrauens, aus dem dir die Freiheit zur Selbstverantwortung für deine Lebensentwürfe wächst. Deine unwahrscheinliche Freiheit gründet im dir transzendenten, dich aber auf unbegreifliche Weise tragenden Lebensgrund, in Gott. Sie wächst dir von dort her zu. Das heißt christlich Glauben. Dann begreifst du dein ganzes Leben als unverdientes Geschenk." [49] Diese anthropologischen Grundfrage bestimmt also zunächst die Frage nach der Auswahl von Texten. Das kann auch in der Urgeschichte Genesis 1- 11 auf alttestamentliche bestimmte Weise erarbeitet werden. Der Ursprung der Vielfalt des Lebens liegt in Gott. Der andere Mensch tritt als Konkurrent auf, die Gefahr der Gewalt kommt auf. Die Ergebnisse des menschlichen Trachtens sind oft sehr das Gegenteil von dem, was zunächst gewollt ist. Es gibt die Möglichkeit das gemeinsame Leben durch eine Ordnung zu sichern, die die Bibel auf die Bundesverheißung Gottes bezieht z.B. Regenbogen als Bundeszeichen. Methodisch ist darauf zu achten, dass der oder die Unterrichtende als Person vorkommt. Die geschieht natürlich vor allem im Gespräch. Doch auch die Form der freien Erzählung sollte wieder neu entdeckt werden, und das, so denke ich, gerade nicht als Märchenstunde für die Kleinen. Die Kunst der Bibel besteht ja darin hoch brisante Lebens - und Glaubensfragen in Erzählform zu transportieren. Ich gebe zu, dass ist nun schon ein literarischer Anspruch. Doch Erzählung eröffnet auf einzigartige Weise den Zugang zu Erfahrung und ist daher unverzichtbar. [50] Erzählung ist immer ein kommunikativer Vorgang und vermittelt neben den explizit ausgesprochenen Worten immer auch implizite Informationen, die ebenfalls mit verarbeitet und behalten werden. Er wird nicht ohne Spannung und Überraschung auch auf spontaner Ebene auskommen und wird den Unterricht auf jeden Fall anregen und bereichern. [51]

7. Die Bibel ermöglicht eine Stellungnahme zu aktuellen Lebensfragen.

Der Erfahrungshintergrund ist vielfältig, je nach den Kategorien, nach denen man fragt: Er ist entwicklungsbezogen zwischen Jugendalter und Partner-/Berufswahl (Freiheit und Bindung), gesellschaftsbezogen (Umgang mit Fremden, soziale Fragen, Politik) oder konkret auf den Zusammenhang der Lebenserfahrung im Bereich Arbeit und Wirtschaft. Für die Beantwortung solcher Fragen ist die Stellungsnahme exemplarischer Zeugen wichtig, die ihre Lebens - Themen als Christ bzw. Christin bewältigen. Diese Beispiele lassen sich über Medien präsentieren und auswerten oder aus dem örtlichen Umwelt heranziehen, indem man Personen des öffentlichen Lebens oder des Berufsalltags in den unterricht einlädt. In manchen Unterrichtsformen sind in diesem Zusammenhang auch regelrecht Praktika möglich.

Die Teilnehmer des Unterrichts, die Unterrichtenden eingeschlossen, sind nach moderner/postmoderner Auffassung Menschen, die "versuchen ihre eigene Geschichte zu schreiben." [52] Das narrative Material der Bibel könnte ein Fundus sein, aus dem in verschiedener Hinsicht dazu adaptiert werden könnte. Die Unterrichteten werden sich dann natürlich auf die Frage einlassen müssen, ob sie den religiösen Kontext der biblischen Texte als für sie gültig akzeptieren, denn die meisten Texte der Bibel teilen implizit mit, dass die Bindung Gottes an die menschliche Lebenswelt das Grundverständnis des eigenen Lebens bedingt. Doch davon einmal ausgehend, dass die Bibel schlicht auch mit diesem Grundverständnis a priori identifiziert wird, sollte der Unterricht den Fragen entgegenkommen, die aus der Lebens - und Alltagswelt im Raum sind. Für den Religionsunterricht gilt, was Jürgen Habermas für die private Existenz der religiös gläubigen Menschen in der Gesellschaft postuliert, dass sie nämlich "ihre religiösen Überzeugungen in eine säkulare Sprache übersetzen müssen", um dadurch indirekt dazu beizutragen, dass "sich auch die säkulare Seite einen Sinn für die Artikulationskraft religiöser Sprachen bewahrt". [53] Um dies genauer bestimmen zu können, ist ein Blick in die jeweiligen Lehrpläne und Richtlinien nötig. Dabei ist der Lebens- und Handlungsbezug des Unterrichts im Blick. Folgende Aspekte können z. B. dabei beim Unterricht in einem Berufskolleg im Blick sein:

  • Mein Werdegang von der Kindheit bis heute.
  • Einflüsse von Außen, bzw. aus dem Elternhaus zur Berufswahl.
  • Die eigene Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, des eigenen Wertes, abhängig und/oder unabhängig von der Bewertung durch andere.
  • Umgang mit Autoritäten, Umgang mit Gleichgestellten.
  • Ethische Dilemmata.
  • Mein Verhältnis zu Geld, Besitz und Einkommen.
  • Sinn der Arbeit, Sinn des Lebens.
  • Verhältnis von Arbeit und Freizeit.
  • Lebensperspektive, Zukunftsperspektive. [54]

Diese lebenspraktischen Situationen sind nicht ohne konkrete Beispiele denkbar. Diese wollen und können erzählt werden. Christoph Morgentaler verweist auf Erkenntnisse der Religionspädagogik, in der der Wert solcher Erzählung sehr hoch angesehen wird: "Die Fähigkeit zu erzählen, Erzählungen anderer zu verstehen und sich selber als erzählendes Selbst wahrzunehmen, entwickelt sich aus der Geschichte lebenslangen Lernens. ... Geschichten helfen uns, uns zu erinnern, und im Akt der Erinnerung verstärken wir unsere emotionalen und moralischen Verpflichtungen, die wir jenen Gruppen und Größen gegenüber empfinden, denen wir unser Selbst verdanken. Geschichten sind geradezu ein bevorzugtes Medium, in dem wir auch das "Anderssein des anderen" wahrnehmen, respektieren und ins einer Bedeutung für unser gemeinsames Verbundensein darstellen können." [55] Die Erfahrung der Jugendlichen ist im Unterricht präsent, sie wird erzählt, durchdacht und auf die Fragen des Lebens hin reflektiert. Von unserer Fragestellung her nach der Rolle der Bibel im Unterricht scheint es, als sei dies ohne Bibel zudenken. Doch was wäre dies dann mehr als Erfahrungsaustausch, bestenfalls als gegenseitige Beratung einer TZI -Gruppe vergleichbar. Dass die Bibel exemplarische Situationen und Diskurse für die betreffenden Lebensfragen bereit hält, dürfte außer Frage stehen.

Bei der Entdeckung eines Ganztextes ließe sich da gut auf Entdeckungsreise und auch ein aktueller Lebensbezug herstellen. Andererseits könnte man natürlich auch gezielt Texte auswählen und etwa mit der Methode der Rollenübernahme bearbeiten. Dabei werden die eigenen Probleme zunächst etwas distanzierter behandelt, zum anderen wird zu den aktuellen Lebensfragen der religiöse Bezug hergestellt. Interessant sind immer auch Beispiele aus der Werbung, die oft gerade dann, wenn sie religiöse Motive verwenden, einen bestimmten Produktbezug herstellen. [56] Zum Abschluss möchte ich einige Bibeltexte zu aktuellen Lebensthemen nennen:

  • Reichtum und Lebensstil: Vom reichen Jüngling (Markus 10, 17 - 27)
  • Konflikte: 1. Korintherbrief
  • Gewalt: Bergpredigt (Matthäus 5, 38 - 48), Kain und Abel (1. Mose 4, 1 - 16)
  • Verständigung: Pfingstgeschichte (Apostelgeschichte 2)
  • Erste Hilfe unter Fremden: Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25 - 37)
  • Stressbewältigung: Sturmstillung (Markus 4, 35 - 41)
  • Vorurteile: Zachäus (Lukas 19, 1 - 10)
  • Generationenkonflikt: Vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11 - 32)
  • Ehebruch: David und Bathseba (2. Samuel 11, 1 - 12, 25)
  • Sexualität: Das Hohelied
  • Politik: Amos
  • Besitz: Vom reichen Kornbauern (Lukas 12, 16 - 21), Gütergemeinschaft in der Urgemeinde (Apostelgeschichte 4, 32 - 37)
  • Marketing: Aussendung der Jünger (Matthäus 10, 5 - 15)
  • Religion: Abendmahl, Taufe
  • Tod und Krise: Hiob
  • Tod und Trauer: Paulus im 1. Korinther 15

Manch einem mag dies nun alles wenig neu erscheinen. Das Buch, um das es geht, ist es ja auch nicht. Dennoch schien mir gerade im Jahr der Bibel die Frage einmal angebracht, warum wir der Bibel selbst nicht mehr Mündigkeit als Person im Unterricht zutrauen sollten. Wir tun es doch sonst im kirchlichen Leben auch. Der kritische und wissenschaftliche Blickwinkel wird darunter nicht leiden. Dafür werden schon die Schülerinnen und Schüler, bzw. Konfirmandinnen und Konfirmanden sorgen. Die Bibel ist zur Darstellung der religiösen Mitte unserer christlichen Religion von unschätzbarem Wert. Das erweist sich sowohl in verschiedenen Formen der Lektüre, als auch in der thematischen Konfrontation mit Alltagsthemen. Die postmoderne Vielfalt und die Fragen nach dem Inhalt unserer Religion zu nutzen, um die Bibel auf den Markt des Unterrichts zu bringen, ist das Gebot der Stunde.

[1] Nachdem sich die Idee konkretisierte, im "Jahr der Bibel" einmal in einem Vortrag nach der Verwendung der Bibel im Unterricht zu fragen, kam ich auf die hier verwendete Literatur von Klaus Wegenast und Ingo Baldermann durch einen Hinweis im recht neu erschienenen Lexikon für Religionspädagogik. 2 Bände. Gütersloh 2001.

[2] Bibeldidaktik in der Postmoderne. (Hg. Von G. Lämmermann u. a.). Stuttgart 1999.

[3] Gianni Vattimo. Das Ende der Moderne. Stuttgart 1990. S. 9

[4] "Trotz seiner religiösen Sprache ist der Fundamentalismus ein ausschließlich modernes Phänomen." Jürgen Habermas. Glauben und Wissen. Frankfurt/Main 2001 S. 10

[5] Gianni Vattimo. Die Spur der Spur. in: Die Religion. Jacques Derrida, Gianni Vattimo. (Hg.) Frankfurt/main 2001. S. 107

[6] Jürgen Habermas. Glauben und Wissen. A.a.O. bes. S. 27. oder: "Es gibt den Teufel nicht, aber der gefallene Erzengel treibt nach wie vor sein Unwesen..." S. 24.

[7] Klaus Wegenast. Glauben erfahren. In Klaus Wegenast. Lern - Schritte. Stuttgart 1999. S. 153.

[8] Wilhelm Gräb. Die Pluralisierung des Religiösen in der "Postmoderne" als Problem der "Bibeldidaktik". In: Bibeldidaktik in der Postmoderne. A.a.O.

[9] Suchen. Und Finden. Das Magazin zur Bibel. Herausgegeben von der Aktion "2003. Das Jahr der Bibel." Stuttgart.S. 2

[10] Johann Hinrich Claussen. Stachel im Fleisch. Zeitzeichen. Berlin 1/2003 S. 32

[11] W. Gräb. Die Pluralisierung... A.a.O. S. 185

[12] Ulrich Wilckens. Irrwege der Vernunft. Zeitzeichen. Berlin 1/2003 S. 35

[13] vgl. Johannes Lämmermann. Die Buch interreligiösen Lernens. In: Bibeldidaktik ... S. 281.

[14] Vgl. dazu Ingo Baldermann. Einführung in die Biblische Didaktik. Darmstadt 1996.

[15] Evamaria Bohle. Wunderbar - ein Glasperlenspiel. In Zeitzeichen 1/2003, S. 28

[16] ebd. S. 29.

[17] Zitiert nach Leonhard Goppelt. Theologie des Neuen Testaments. Göttingen 3. Auflage 1978, S.34

[18] Bibeldiaktik in der Postmoderne. A.a.O.

[19] Jürgen Habermas. Die Zukunft der menschlichen Natur. Frankfurt am Main. 2001. S.49

[20] Jürgen Habermas. a.a.O. S. 19f

[21] Christoph Morgentaler. Subjekt, Story und Tradition. In Bibeldidaktik a.a.O. S. 92

[22] Ingo Baldermann. Einführung... S. 18f

[23] ebd. S. 23

[24] Bibeldidaktik a.a.O. S. 281

[25] Martin Luther. Vom unfreien Willen. In: Luther deutsch. Der neue Glaube.1961, S. 163ff

[26] Ingo Baldermann. Einführung ... a.a.O. S. 2f

[27] ebd. S. 9

[28] Klaus Wegenast zitiert bei Chr. Morgentaler. Bibeldidaktik. A.a.O. S. 93

[29] Maurice Baumann. Bibeldidaktik als Konstruktion eines autonomen Subjekts. In Bibeldidaktik. A.a.O. S. 41

[30] Wilhelm Gräb. Die Pluralisierung des Religiösen... a.a.O. S. 186

[31] Ernesto Cardenal. Das Evangelium der Bauern von Solentiname. Gütersloh 1979, Band 1 - 4.

[32] Bibel - Teilen. Hrsg. Von Missio. Aachen 1986. auch: Das Ideenheft zum Jahr der Bibel 2003. Stuttgart 2002. S. 50

[33] Ingo Baldermann a.a.O. S. 168

[34] Klaus Wegenast. Glauben erfahren. In: Lern - Schritte. A.a.O. S. 164

[35] zu weiteren Methoden: Gottfried Adam, Rainer Lachmann. Methodisches Kompendium für den Religionsunterricht. Göttingen 1993, Franz Wendel Niehl, Arthur Thömmes, 212 Methoden für den Religionsunterricht. München 1998, Irmintraud F. Eckard. Bibel kreativ. Düsseldorf 2000

[36] Jugend 2000. Band 1. hg. Deutsche Shell. Opladen 2000, S.20

[37] ebd. S. 164

[38] ebd. S.168

[39] ebd. S.171

[40] ebd. S. 176f

[41] zum Jugendpastoral: Johannes A. van der Ven. Das religiöse Bewusstsein von Jugendlichen und die Krise der Jugendpastoral. In: Bibeldidaktik ... a.a.O. S. 150f. van der Ven unterscheidet: Intern - sozial ausgerichtete Aktivitäten, extern - sozial ausgerichtete Aktivitäten, moralische Aktivitäten, religiöse Aktivitäten und kirchlich ausgerichtete Aktivitäten.

[42] Johannes Lähnemann. Die Bibel - ein interreligiöses Buch. In: Bibeldidaktik... a.a.O. S. 284

[43] Klaus Wegenast. Glauben erfahren. A.a.O. S. 158

[44] Wilhelm Gräb. Lebensgeschichten Lebensentwürfe Sinndeutungen. Gütersloh 1998. S. 112

[45] Wilhelm Gräb. In: Die Pluralisierung... a.a.O. S. 190f

[46] Maurice Baumann. A.a.O. S. 35: "Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten brauche ich, um mich selber zu konstruieren und an der sozialen, mulikulturellen Zukunftsgestaltung teilzuhaben?"

[47] edb. S. 37

[48] zu Depression im Jugendalter: Bei Verdacht auf Depression sollten die örtlichen Beratungsstellen oder ein Fachpsychiater für Kinder - und Jugendpsychiatrie herangezogen werden.

[49] Wilhelm Gräb. In: Die Pluralisierung... S. 192f

[50] siehe Klaus Wegenast in: Glauben erfahren. A.a.O. S. 160f

[51] zur Kognitionspsychologie betreffend von Erzählungen: Matias Martinez, Michael Scheffel. Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 149ff

[52] Maurice Baumann. Bibeldidaktik.... a.a.O. S. 41.

[53] Jürgen Habermas. Glauben und Wissen. Frankfurt am Main 2001. S. 21f

[54] vgl. dazu: Dietrich Horstmann. Berufsbezug im Religionsunterricht, hier: http://www.dihorst.de/werkh1.htm, auch Werkheft für das Berufskolleg der Ev. Kirche im Rheinland 1999.

[55] Christoph Morgenthaler. Subjekt, Story und Tradition. In: Bibeldidaktik a.a.O. S. 94 und 95.

[56] Literatur zu Motiven der Werbung: Gerhard Buschmann. Die Bibel in der Werbung. In ru: Ökumenische Zeitschrift für den Religionsunterricht, 32. Jahrgang, Heft Nr. 2/2002, S.67 - 70. Bernd Beuscher. Blaues Wunder zum Verlieben. Über religiöse Motive ind er Werbung und die Tragweite von Symbolen. In Zeitzeichen 1/2003 S. 50 - 52, siehe auch unter: www.glauben-und-kaufen.de

Motiviert zur Bibel greifen. Rezension von Christoph Fleischer zu: Gerd Theißen. Zur Bibel motivieren. Aufgaben, Inhalte und Methoden einer offenen Bibeldidaktik. Gütersloher Verlagshaus 2003.

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