Remonstranten Glaubensbekenntnis 2006

 

Wir sind uns bewusst und erkennen, dass wir unsere Ruhe nicht finden in der Sicherheit dessen, wozu wir uns bekennen, doch in Verwunderung über das, was uns zufällt und geschenkt wird;

Dass wir unsere Bestimmung nicht finden in Teilnahmslosigkeit und Habgier, doch in Wachheit und Verbundenheit mit allem, was lebt;

Dass unser Dasein nicht erfüllt wird in unserem Sein und haben, doch in etwas unendlich Größerem, als wir erfassen können.

Durch dieses Bewusstsein geleitet, glauben wir an Gottes Geist, der alles, was Menschen trennt übersteigt und sie beseelt zu dem, was heilig ist und gut, auf dass sie, singend und schweigend, betend und handelnd, Gott ehren und dienen.

Wir glauben an Jesus Christus, einen von Geist erfüllten Menschen, das Antlitz Gottes, das uns ansieht und beunruhigt. Er hatte die Menschen lieb und wurde gekreuzigt, doch lebt, jenseits von seinem und unseren Tod. Er ist unser heiliges Vorbild von Weisheit und Mut und bringt uns nahe Gottes ewige Liebe.

Wir glauben an Gott, den Ewigen, der unbegründete Liebe ist, der Grund des Daseins, der uns den Weg der Freiheit und Gerechtigkeit weist und uns winkt nach einer Zukunft von Frieden.

Wir glauben, dass wir selbst, so schwach und fehlbar wird sind, gerufen werden, mit Christus und allen Glaubenden verbunden, Kirche zu sein im Zeichen der Hoffnung.

Denn wir glauben an die Zukunft von Gott und Welt, an eine göttliche Geduld, die Zeit schenkt, zu leben und zu sterben und aufzuerstehen, wir glauben an das Königreich, welches ist und kommen wird, wo Gott ewiglich sein wird: alles in allen.

Gott sei das Lob und die Ehre in Zeit und Ewigkeit.

Amen.

Erläuterung (dieses Bekenntnisses):

Was Remonstranten verbindet, ist ihre Zustimmung zur Grundsatzerklärung. Diese kurze Erklärung sagt aus, dass die Remonstrantische Kirche eine Glaubensgemeinschaft ist, die, verwurzelt im Evangelium Jesu Christi und getreu ihrem Grundsatz von Freiheit und Toleranz, Gott ehren und dienen will.
außerdem haben die Remonstranten in einigen Momenten ihrer GEschcihte ihre Glaubensverwandtschaft in einem Glaubensbekenntnis ausgedrückt (1621 und 1940). Dass kein einziges Bekenntnis einie unwiderlegbare Autorität besitzt, ist aus remonstrantischer Sicht selbstverständlich.
Die Absicht kann keine andere sein als "in Vorsicht und Liebe den Weg zu zeigen und zu unterrichten" (laut des Vorwortes des Bekenntnissses von 1621 zitiert 1940).
In diesem Sinn und in dieser Absicht hat der Konvent der ramonstrantischen Pastoren 2006 ein neues Bekenntnis verfasst.

Hinweis (Christoph Fleischer): Die Entstehung der remonstrantischen Kirche ist im niederländischen Zusammenhang zu verstehen. Die deutschen Gemeinden sind an Orten mit geschichtlich gewachsener Verbindung zu den Niederlanden. Die Kirche der Remonstranten steht in den Niederlanden im Zusammenhang mit allen evangelischen Kirchen und in der Ökumene. M. E. entspricht diese Zuordnung ebenso den Grundsätzen der Evnagleischen Kirche der Union. Das hier zitierte Glabuensbekenntnis hat einen besonderen Schwerpunkt auf freiheitlicher Selbstverantwortung, unterscheidet sich aber in den theologischen Bezügen nicht von einer Evangelischen Kirche unierter Ausrichtung, die sich beispielsweise auch in den Leitsätzen der Evangelischen Kirche von Westfalen findet. Es erinnert aber daran, dass sich ein uniertes Bekenntnis nicht nur in einer Wahlfreiheit zwischen "reformiert" oder "lutherisch" äußert, sondern dass daraus längst auch eine besondere "unierte" Konfession entstanden ist, die auch in preußischer Tradition auf religiöser Toleranz gründet. Dies zeigt auch die Verbindung der westfälischen Kirche zur United Church of Christ (USA): http://www.ucc.org/

Leitsätze der Evangelischen Kirche von Westfalen

Die Seite der Remonstranten auf Deutsch

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