WP-Wortspiel Der Zweifel gehört zum Glauben dazu Werl, 08.05.2009, Martin Haselhorst. (Kurzinterview mit Pfarrerin Dagmar Zitzmann-Rausch)
Werl. 25 Jugendliche werden morgen in der evangelischen Pauluskirche konfirmiert. Hingeführt auf diesen feierlichen Moment wurden sie von Pfarrerin Dagmar Zitzmann-Rausch. Seit 1983 ist die gebürtige Gersfelderin (Rhön) in der Werler Gemeinde tätig.
Jugend
„Jugend ist Zukunft, Jugend ist ein Symbol für das Ungebrochene. Das Leben gehört mir - so erlebe ich die Jugend. Meine Jugend war übersichtlich und gut behütet in einem kleinen Ort. Ich bin mit meinen Schwestern groß geworden und auf eine Mädchenschule gegangen"
Glaube
Glaube bedeutet für mich Vertrauen. Es ist das Vertrauen, nicht einfach in die Welt geworfen worden zu sein, sondern gehalten zu werden"
Singen
„Ich singe gerne und habe eine tiefe, laute Stimme. Singen ist eine schöne Art, seine Traurigkeit oder auch Freude herauszulassen. Bei uns in der Kirche wird leider oft nur sehr mugsch gesungen. Kinder singen noch laut und offen. Wenn ich mit Grundschülern das 'Preiset dem Herrn' auf allen Sprachen der Welt singe, kommt da noch echte Freude heraus".
Zweifel
„Sicherer Glaube ist wie ein hölzernes Eisen. Zweifel gehören zum Glauben immer dazu - alles andere wäre doch blind. Ich glaube im Leben nicht alles, mit guter Menschenkenntnis und einem klaren Verstand, kommt man ganz schön weit".
Schwarz
„Mein Talar ist schwarz - und ich trage ihn gerne. Der schwarze Talar entbindet mich davon, dass alles über meine Person laufen muss. Die einfache Kleidung lässt mich hinter mein Amt treten. Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich mich vor einem Gottesdienst nicht zwischen mehreren prachtvollen Gewändern entscheiden muss".
Luther
„Martin Luther ist für mich kein Heiliger, aber ein Mann mit Kraft, der zu seiner Zeit viel angestoßen hat. Das bewundere ich. Ich liebe an Luther, dass er unsere deutsche Sprache so maßgeblich mit gebildet hat".
Presbyterium
„Im Presbyterium sitzen Männer und Frauen, die die Verantwortung mit den Pfarrern tragen und teilen. Jede Stimme ist gleich. Das presbyteriale System ist seit der Reformation verankert und drückt aus, dass die Menschen für ihren Glauben verantwortlich sind. Pfarrer ist ein Beruf wie jeder andere. Verantwortlich für Gemeinde und Glauben ist jeder Christ".
Gebet
„Ein Gespräch mit Gott und die Bitte um Gottes Zuwendung. Ich habe mir angewöhnt, im Gottesdienst frei zu beten. Dann muss ich zwar auch manchmal nach Worten ringen, doch ist das dafür auch authentischer".
Krise
„Die wünsche ich mir nicht. Krisen sind aber auch Bewährungszeiten in allen Bereichen. In ihnen muss man sich möglicherweise trennen von Beziehungen, Werten und Menschen oder aber auch wieder zu ihnen finden. Die aktuelle Wirtschaftskrise merken wir auch in der Kirche. Bei den Menschen mittleren Alters spürt man die Verunsicherung".
Glocken
„Mit Glocken assoziiere ich ganz viel. Glocken sind eine Verkündigung ohne Worte in die Welt. Der Wohlklang der Glocken verkündet die Schönheit dieser Welt nach draußen".
Zölibat
„Dazu fällt mir nun wirklich nix ein. Ich sage nichts zu Sachen, von denen ich nichts verstehe".
Konfirmation
„Die Konfirmation ist die Bitte, dass die Jugendlichen mit und durch Gottes Segen ihren Weg finden. Und zwar ihren Weg - das ist mir wichtig. Sie sagen Ja zu ihrer Taufe. Jugendliche sollen aber keinen Stempel aufgedrückt bekommen. Sie sollen sich öffnen und bereit für einen Sinneswandel sein".
Helden
„Das klassische Heldentum kommt in meinem Denken nicht vor. Ein Konfirmand ist für mich schon ein kleiner Held, wenn er sagt, was er wirklich denkt. Wir brauchen die kleinen Helden im Alltag, die Großen aber brauchen wir nicht".
Dagmar Zitzmann-Rausch, 54 Jahre, davon 31 Jahre verheiratet, seit 1983 Pfarrerin in Werl, zusammen mit Manfred Rausch.
Der Mensch und seine Welt bei Rudolf Bultmann. Christoph Fleischer
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