Ansprache zum Thema des Gottesdienstes (Stichworte) – Christoph Lichterfeld Jugendgottesdienst am 30.10.2009 in Werl
Kanzelgruß
Wie ist Gott für mich?
Wo wohnt Gott?
Wie kann ich ihm begegnen?
Das sind Fragen, die uns beschäftigen und wichtig sind.
Morgen feiern wir als Evangelische Christen das Reformationsfest.
Und dabei erinnern wir daran, dass schon Mrtin Luther diese Frage vor 500 Jahren beschäftigte.
Wie finde ich einen gnädigen Gott?
In Psalm 139 heipt es über Gott kurz und knapp:
„Gott, von allen Seiten umgibst du mich – und hältst deine Hand über mir.“
Beppo hat es in ähnlicher Weise erlebt. Mit seiner konkreten Bitte hat er Gehör gefunden und sein Wunsch ist ihm erfüllt worden. Aber doch nicht von Gott, sondern von einem Menschen, denkt vielleicht jetzt jemand! (dazu war die Geschichte vom roten Luftballon vorgelesenworden, mit dem Beppo seine Wünsche um Hilfe versandt hatte und die per Postpaket beantortet worden sind. Quelle: Willi Hoffsümmer, Kurzgeschichten, Band 6).
Das ist richtig. Aber darf man sich Gott nicht so weit und so mächtig vorstellen, dass er durch einen Menschen handelt und Gutes bewirkt? So tut er es bestimmt.
Denn wer Gott als den erkennt, der einer von uns – „One of Us“ ist – der wird auch so hilfsbereit sein, dass er einem anderen Menschen Gutes tun wird – so wie es eben Gott selber tun wird.
Und so ist es ein schönes Gottesbild, wenn man sich vorstellt, dass Gott uns in anderen und durch andere Menschen begegnet.
Jetzt könnte jemand Angst bekommen und sich fragen: Ja, sieht mich Gott denn überhaupt, achtet er auf mich?
Im Psalm heißt es dazu: Ja! Denn „von allen Seiten umgibst du mich“.
In unserer Sprache wurde das deutlich durch die Worte, die Anna zu Fynn gesagt hat (Fynn: Hallo Mister Gott, hier spricht Anna, Fischer Taschenbuch 8/2000):
„Gott sieht uns alle auf der Erde, jeden Einzelnen, und er muss sich dafür nicht einmal umdrehen oder schielen oder sowas.“
Allumfassend uns sehend – keine Gefahr, dass wir übersehen werden.
Hinweis darauf, dass jeder sein einzelnes Gottesbild haben darf und es für sich stehen lassen kann.
Das heißt aber auch, dass jeder andere sein Gottesbild haben darf und wir es für ihn ebenso stehen lassen dürfen.
Kanzelsegen.
Amen.
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